Finanzmarkt Obama legt Banken in Ketten
Donnerstag 04.03.2010, 10:09Der amerikanische Präsident macht ernst: US-Großbanken sollen in Zukunft nur noch einen sehr begrenzten Bewegungsradius haben. Zum Zocken dürfte der Spielraum nicht mehr reichen.
US-Präsident Barack Obama hat dem Kongress am Mittwoch einen Gesetzentwurf übermittelt, der den Großbanken mit neuen Handelsregeln Grenzen setzen soll. So soll der Eigenhandel bei US-Banken künftig verboten und bei anderen großen Finanzinstituten eingeschränkt werden.
Im Eigenhandel arbeiten die Institute für sich selbst und auf eigene Rechnung und nutzen dafür verschiedene Finanzinstrumente, um ihre Geschäftsergebnisse noch zu verbessern. Bei vielen Banken hat sich dieser Bereich in der Finanzkrise als großer Verlustbringer entpuppt, weil zahlreiche risikoreiche Geschäfte platzten. Das US-Präsidialamt macht den Eigenhandel als einen Auslöser der unkontrollierten Zockerei am Immobilienmarkt aus, die 2008 das gesamte Finanzsystem ins Wanken brachte.
Im Eigenhandel arbeiten die Institute für sich selbst und auf eigene Rechnung und nutzen dafür verschiedene Finanzinstrumente, um ihre Geschäftsergebnisse noch zu verbessern. Bei vielen Banken hat sich dieser Bereich in der Finanzkrise als großer Verlustbringer entpuppt, weil zahlreiche risikoreiche Geschäfte platzten. Das US-Präsidialamt macht den Eigenhandel als einen Auslöser der unkontrollierten Zockerei am Immobilienmarkt aus, die 2008 das gesamte Finanzsystem ins Wanken brachte.
Knallharte Reglementierung
Zudem soll Banken untersagt werden, in Hedge-Fonds oder private Beteiligungsgesellschaften zu investieren oder sie zu fördern. Ferner sollen Übernahmen durch Finanzinstitute verboten werden, wenn der neue Konzern mehr als zehn Prozent der Verbindlichkeiten des gesamten Finanzsystems besitzen würde, hieß es in dem Entwurf zur sogenannten Volcker-Regel weiter.Obamas Regierung hatte die Vorschläge erstmals im Januar publik gemacht. Benannt sind sie nach seinem Wirtschaftsberater Paul Volcker. Mit den Maßnahmen soll die exzessive Risikobereitschaft der Banken verringert und das Finanzsystem krisensicherer gemacht werden. Die Pläne müssen vom Kongress abgesegnet werden, der aus Senat und Repräsentantenhaus besteht. Vor allem im Senat droht dem Vorhaben aber heftiger Widerstand.
ges/Reuters
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von Fissenewert
Auch in Deutschland muss leider mehr Kontrolle her. Die bisherigen Vorschläge zur Kontrolle und Regulierung dürften nicht ausreichend sein. Nach wie vor herrscht die Meinung, dass die Selbstregulierung ausreiche. Vordergründig sieht das auch tatsächlich so aus. Mittelfristig wird das nicht reichen. Wir müssen Kontrollmechanismen einsetzen und Gesetzesänderungen vornehmen, die einer neuen Finanzkrise vorbeugen. Durch wenige Änderungen im Aktiengesetz ist dies möglich. Zudem muss ein Umdenken und ein Wille zur Transparenz und Nachhaltigkeit bei den Banken herrschen. Antwort schreiben
von Jimmy-Jonny
Würden die ganzen Banken ordentlich Steuern zahlen, welcher Staat hätte dann etwas gegen exhorbitante Milliardengewinne oder Boni, die ebenfalls versteuert werden. Je mehr, wäre somit umso besser. Aber der Staat würde das Geld "eh nur verbraten"... Antwort schreiben
von DgBmdsS
Jetzt zahlt sich wieder aus, das Obama in seinem Wahlkampf nicht auf Wahlspenden der Industrie und Banken angewiesen war, sondern von der breiten Bevölkerung durch Kleinstspenden unterstützt wurde. Er ist nur seinem Land verpflichtet. Wenn man in Deutschland das Engagement von Bund und Ländern gegen unsere Banken damit vergleicht, kann man den Eisberg von Filz und Korruption erahnen. Der Rüttgers Skandal ist da nur die Spitze. Antwort schreiben
von Zügelhalter
wenn die Banken hier nicht auch an die Kandare genommen werden. Bin schon gespannt, wie die FDP zetern wird, wenn das kommt. Antwort schreiben
von wibi40
Im Gegensatz dazu verharren die europäischen Regierungschefs in Stillschweigen und Stillhalten. Antwort schreiben
von Mephistopheles
...definitiv einen neuen Glass-Steagall-Act, mit dem die Banken in Geschäfts- und Investmentbanken aufgespalten werden. Erstere dürfen dann ausschließlich in der Realwirtschaft arbeiten, Letztere dürfen rigoros pleite gehen, wenn sie sich verzockt haben. Nur so kann verhindert werden, daß Banken ganze Volkswirtschaften in den Abgrund reißen können! Antwort schreiben
von Rolf Kuntz
Zu schön um wahr zu sein. Wird eine interessante Diskussion werden und interessant diese zu verfolgen. Schätze, daß die die Freiheit der Märkte als größtes Wirtschaftserrungenschaft dagegen gehalten werden. Denke, die Lobby kratzt schon in den Startlöchern. Lassen wir uns aber nicht blenden. Des was die Bänkster gemacht haben war keine Freiheit Antwort schreiben
von Gast
Hoffentlich geht das gut, es wird viel Widerstand geben, aber den Zockern muss das Handwerk gelegt werden, wenn das System sicherer werden soll. Eigenkapital auf 10 % erhöhen wäre noch wichtig. Kanada hat das vorgelebt und ist durch die Krise reltiv gut durchgekommen, siehe Focus 16.12.09. Leerkäufe und -verkäufe müssen genau so verboten werden wie das unkontrollierte Verbriefen von Krediten. Antwort schreiben